Cruiser-Fieber: Vom Einstiegstraum zur Legende
Zusammenfassung
Wer einen Cruiser sucht, findet im Einstiegs- und Mittelklassebereich inzwischen eine enorme Bandbreite – vorausgesetzt, man schaut ab 500 Kubik aufwärts. Vom günstigen Start mit der CF Moto 450 CLC ab 6.499 Euro mit moderner Ausstattung und geringem Gewicht über bewährte Klassiker wie die Honda Rebel 500 oder die leichte Kawasaki Eliminator 500 bis hin zu V-Twin-Alternativen wie Chinchilla oder der technisch überraschenden QJ Motor SRV 600V mit V4-Motor reicht das Angebot vor allem aus Asien. In höheren Preisregionen setzen die BMW R 12 mit Boxer, Kardanantrieb und viel Elektronik sowie die Triumph Bonneville Bobber mit hohem Drehmoment, Premium-Komponenten und klassischem Stil Maßstäbe. Natürlich darf Harley-Davidson mit der modernen Nightster nicht fehlen, ebenso wenig wie die Indian Scout Sixty Bobber als puristischer, sportlicher US-Cruiser. Am oberen Ende des Spektrums sprengt die Ducati Diavel V4 mit 168 PS, extremer Optik und hohem Preis endgültig die klassischen Cruiser-Grenzen und zeigt, wie vielfältig dieses Segment heute ist.
Wer auf der Suche nach einem Cruiser ist, sollte jetzt genau aufpassen: Im Fokus stehen hier die jeweiligen Einsteigermodelle aller relevanten Marken, allerdings bewusst erst ab etwa 500 Kubikzentimetern. Kleinere Cruiser mit 250 oder 300 Kubik gibt es zwar, doch Cruiser sind grundsätzlich schwerer gebaut – und sollen auch ordentlich vom Fleck kommen. Den Einstieg macht die CF Moto 450 CLC, die mit einem Preis von 6.499 Euro ein echtes Schnäppchen ist. Für 100 Euro mehr gibt es auch eine Bobber-Version. Der Parallel-Twin mit 449 Kubik leistet 44 PS und 42 Nm, ist damit zwar der schwächste Motor im Feld, punktet aber mit einem geringen Gewicht von nur 183 Kilogramm. Zur Ausstattung zählen Traktionskontrolle, TFT-Display, USB-A- und USB-C-Anschluss sowie LED-Beleuchtung mit auffälligen 3-in-1-Blinkern. 16-Zoll-Felgen, die Farbwahl zwischen Schwarz und Silber und ein für Cruiser ungewöhnlicher Monoshock runden das Paket ab.
Japanische Klassiker mit Charakter
Als Klassiker unter den Einstiegs-Cruisern gilt die Honda Rebel 500 für 6.690 Euro. Sie setzt auf einen 471-Kubik-Parallel-Twin mit 47 PS und 43 Nm, wiegt 191 Kilogramm und überzeugt mit niedriger Sitzhöhe und hoher Zugänglichkeit. Zwei Farben stehen zur Wahl, zusätzlich gibt es eine Special Edition mit anderen Felgen und Lichtmaske. Honda-typische Qualität, LED-Beleuchtung und LC-Display machen sie zu einer sicheren Wahl. Ebenfalls aus Japan kommt die Kawasaki Eliminator 500, die für 6.999 Euro angeboten wird und auch farblich Akzente setzt – unter anderem in Rot. Der Ninja-basierte Parallel-Twin mit 451 Kubik liefert 45 PS und 43 Nm, bei einem sehr niedrigen Gewicht von nur 176 Kilogramm. Vorne rollt sie auf 18-, hinten auf 16-Zoll-Rädern. In derselben Preisregion liegt auch die Chinchilla 500, die als erster V-Twin im Feld auftritt: 476 Kubik, 48 PS, 42 Nm, moderner Bobber-Style, LED-Display, Lenkerendenspiegel, USB-A und -C sowie 16-Zoll-Räder.
Mehr Technik, mehr Leistung, mehr Stil
Deutlich moderner und leistungsstärker positioniert sich die QJ Motor SRV 600V für 7.999 Euro. Sie überrascht in diesem Segment mit einem V4-Motor, 561 Kubik, 68 PS und 54 Nm. Zur umfangreichen Ausstattung gehören Traktionskontrolle mit separatem Schalter, Bluetooth-Konnektivität inklusive Turn-by-Turn-Navigation, Reifendruckkontrolle, USB-A und -C sowie serienmäßige Lenkerendenspiegel. Mit 219 Kilogramm ist sie spürbar schwerer, steht aber ebenfalls auf 16-Zoll-Rädern. Einen massiven Preissprung macht anschließend die BMW R 12 für 16.990 Euro. Ihr 1.170-Kubik-Boxermotor leistet 95 PS und 110 Nm, ergänzt durch Kardanantrieb und optionalen Quickshifter – eine Seltenheit im Cruiser-Segment. Dank 6-Achsen-IMU sind ABS und Traktionskontrolle schräglagenabhängig. Retro-Design mit Speichenfelgen, Rundinstrument und 19-Zoll-Vorderrad trifft hier auf moderne Technik bei 227 Kilogramm Gewicht.
Ikonen, Legenden und Extreme
In der Premiumklasse geht es weiter mit der Triumph Bonneville Bobber, die mit 1.200 Kubik, 78 PS und satten 106 Nm bei nur 4.000 U/min aufwartet. Für 18.495 Euro bietet sie hochwertige Brembo-Bremsen, Ride Modes, Cruise Control, einstellbare Traktionskontrolle, 16-Zoll-Räder, ein schönes Display und eine besonders leichtgängige Kupplung. Der Serviceintervall liegt bei 16.000 Kilometern, das Gewicht bei rund 250 Kilogramm. Unverzichtbar im Cruiser-Segment ist natürlich Harley-Davidson mit der Nightster. Der Revolution-Max-Motor mit 975 Kubik liefert 90 PS und 95 Nm, das Gewicht liegt bei 225 Kilogramm. Moderne Features wie Ride Modes, Traktions- und Slide-Control, Connectivity, Reifendrucksensor und LED-Technik sind an Bord, ein TFT-Display allerdings nur bei der Nightster Special. Die Basisversion startet 2026 bei 13.800 Euro. Wer amerikanischen Stil günstiger sucht, findet ihn bei der Indian Scout Sixty Bobber für 14.690 Euro plus Nebenkosten: 999-Kubik-V-Twin, 85 PS, 87 Nm, sportlicher Charakter, reduzierte Technik mit ABS, optional mehr Features in der Limited-Version. Den Abschluss bildet die extreme Ducati Diavel V4: 168 PS, 126 Nm, Zylinderabschaltung, brutale Optik – und ein Preis von 35.995 Euro. Ein Cruiser, der italienische Performance neu definiert und zeigt, wie breit dieses Segment inzwischen aufgestellt ist.