Hersteller
Cafe Racer
Art
48
PS
A2
Führerschein
ab 4.000 €
Gebrauchtpreis

Preisentwicklung

Preis Gebraucht

Kilometer bis Hintergrund mit bis 2.500km
Mittelwert
4.999€ - 7.190€
Kilometer bis Hintergrund mit bis 6.500km
Mittelwert
4.850€ - 5.900€
Kilometer bis Hintergrund mit bis 8.500km
Mittelwert
4.000€ - 5.590€
Übliche Preisspanne, von fair bis teuer. Außerhalb dieser Spanne ist der Preis für dein Motorrad nicht Norm.

Brixton Crossfire 500 2020

6 Wochen Extremtest: 6000 Kilometer. Unendlich viel Fun. Keine Niederlage.

Sensation 2020. Die österreichische Marke mit dem englischen Namen baut ab sofort auch 500er. Wir testeten im Auftrag der KSR-Entwicklungsabteilung vor Erstauslieferung. Alle Ostalpen-High-Lights waren dabei und eine wunderschöne Reise in die Toskana.

Technische Details

Allgemein
Hersteller Brixton
Modell Crossfire 500 2020
Motorrad Art Cafe Racer
Baujahr 2020
Führerschein A2
Motor
Motortyp Flüssigkeitsgekühlter 2-Zylinder 4-Taktmotor
Zylinder 2
CCM 486 CCM
Leistung 48 PS
Leistung 35 KW
Kraftstoffmischung Elektronische Benzinspritzung
Kraftstoffverbrauch 4 L
Getriebe Manuell
Endantrieb Kette
Bremsen & Federelemente
ABS Ja
Bremse Vorne Scheibenbremse
Weitere Details anzeigen
Bremse Hinten Scheibenbremse
Elektronisches Fahrwerk Nein
Fahrwerk vorne Upside-Downgabel
Fahrwerk hinten Zentralfederbein
Rahmen & Maße und Gewichte
Gewicht 180 TG KG
Sozius Ja
Felgen Speichenfelgen
Abmessungen 2117/757/1116 MM
Assistenzsysteme & Elektronik
Tankanzeige Füllstandsanzeige
Temperaturanzeige Ja
Ganganzeige Ja
Drehzahlmesser Digital
Anti-Wheelie-Control Nein
Sonderausstattung
Lenkungsdämpfer Nein
Quickshifter Nein
Sonderausstattung 1 LED-Tagfahrlicht
Sonderausstattung 2 LED-Blinker
Sonderausstattung 3 Digitaler Tachometer
Sonderausstattung 4 Edelstahl Auspuffanlage
Ersteller Stephan Zettel
Preis
Neupreis AT (€) 6.499 €
Neupreis DE (€) 5.999 €
Neupreis CH (CHF) 6.970 CHF
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Der Beweis

Bevor ein Reitwagen-Fan den Weinbaubedarfshandel seines Vaters übernimmt, importiert er 10.000e Motos, baut ein Kontinente umspannendes Handelsimperium auf und setzt sich einen Floh ins Ohr. Kann man wirklich als frisch G´flachter ein echtes Motorrad entwickeln? KSR kann.

Na, das schauen wir uns an. Entwickelt in Krems, gebaut in China. Man kann fast von einer Promenadenmischung sprechen, denn diese Konstellation ist sicher einzigartig. Das Kremser Zweiradimperium KSR hat mit der Marke Brixton international umgerührt. Zuerst in der 125er Klasse später auch mit Viertellitern ließ man englische Ikonen der 60er und 70er zitieren und richtete sich an die Zielgruppe B-111 plus danach, also an Neukunden, die sich vielleicht in der Welt der Feuerstühle noch nicht so richtig orientiert haben. Die Idee ging auf, in vielen Ländern sind die feschen Günstigen in der Verkaufsstatistik ganz oben.

Michael Kirschenhofer kennen wir näher

Er ist nicht nur gemeinsam mit Bruder Christian Chef und Eigner von KSR sondern auch ein Andrücker vor dem Herrn. Und genau mit diesem Drive verfolgt er auch seine Visionen. Neulich hatte er wieder eine. „Wir bauen ein echtes Motorrad.“ Internationale Designer und Entwickler wurden nach Krems gelockt und dort zeichneten sie ein neues Eisen. 500er Klasse, ein bissl retro aber eigentlich mit ganz eigener Linie. Die Crossfire 500. Covid-19 verzögerte die Erstauslieferung ein wenig, aber endlich war es so weit. Vorgelieferte 12 Stück radierten heimischen Asphalt. Der Reitwagen durfte weltweit als erstes Medium die Langzeitqualitäten des Premierenstücks testen, also die Reibn ausdrehen was halt so geht. 6.000 Km in 6 Wochen. Quasi ein komprimierter Dauertest. Und alle waren baff.

DIE CROSSFIRE ÜBERZEUGT Hinz und Kunz. Und uns.

Das Publikumsinteresse überwältigt uns. Egal auf welchem Parkplatz, große Augen treten näher. „A-ha, eine 500er, schaut wirklich gut aus. Die kleinen LED Blinker sind Serie? Und wie geht die? Brixton, aus Österreich, nie gehört.“ Optisch haben wir keine negative Meldung in Italien und Österreich gehört. Nur bei so Kleinigkeiten wie Spiegel oder Kennzeichenhalterung stellt sich die ewige Geschmacksfrage. Ich persönlich finde beides leiwand. Die Trapezform bietet wirklich sauberen Rückblick und beide sind konventionell aber solid montiert, kaum Vibrationen. Das wunderschöne, schlanke Heck dagegen kommt durch die massive – da können sich zwei Babyelefanten draufstellen – asymmetrische Rundrohr-Kennzeichenhalterung erst richtig zur Geltung, der Spritzschutz ist mindestens so effektiv wie bei konventionellen Zentral-Taferln, kein Gatsch am Rücken bei Regen.

FEINE DETAILS: Passanten-Feedback - Super Schlüssel und Tankdeckel

Der Bart lässt sich elegant in die geschwungene Plastikreite mit Brixton-Emblem klappen und der Sprit-Verschluss mit edler, schwenkbarer Metallabdeckung und dem Markenschriftzug als Orientierungshilfe beim Arretierungsklick ist so massiv, da hat man was in der Hand. Lediglich beim Tanken werden sich Eigner daran gewöhnen müssen, dass man nach dem Abschnappen noch 2 Liter mehr hineinbekommt, wenn man sich spielt. Das bedeutet bei dem geringen Verbrauch immerhin rund 50 Kilometer mehr Reichweite. Der Sattel bietet dem Soloreiter ausreichend Halt, Komfort und Bewegungsgripp im Gefecht, am Sozius hofft man durch die konvexe, nach hinten abfallende, Form auf etwas Verständnis in der ersten Reihe, wenn ein Zwischenstop eingefordert wird. Duoposto ist durchaus möglich aber eben nicht bequem auf der Langstrecke. Gepäcksmontage ist auch möglich, aber eben nicht wirklich vorgesehen. Es bleibt also der Rucksack am gebürsteten Blechtank. Die Fernreise kann beginnen.

ITALIEN touristenfrei. Pässe, 100 Kreuze. Gott legte diese Kurven.

Zur Hölle, ja, es ist fast beschämend eine Reise in die Toskana zu machen und dafür bezahlt zu werden. Aber wisst ihr was? Ich hab´s verdient. Denn im Kanaltal ging wieder einmal die Welt unter. Die Brixton blieb zum Donnerwetter unbeeindruckt. Auf den spärlich erhaltenen Straßen nordwestlich von Siena und eigentlich am gesamten Apennin trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Crossfire zieht ihre Spur ohne Niederlage. Es ist verdammt göttlich, wie viel Spaß 48 PS machen. KSR ist bei ihrem Erstlingswerk ein unglaublich guter Wurf gelungen. Da passt alles zusammen. Fahrwerk, Reiterposition, Antrieb. Besonders die Massenverhältnisse im Murl erfordern gesonderte Erwähnung. Beim Owehaggeln und Einkuppeln erfolgt der Kraftschluss so smooth, dass ich zunächst eine Anti-Hopping-Kupplung vermutete. Entweder haben die bei der Ruckdämpfung ihr Meisterstück gezeichnet oder ich weiß nicht. Nur bei absoluten Schnalzern mit Drehzahlwechsel von über 5.000 Touren rattert der Hinterbock, bis dahin kontrollierst du die Fuhre spielerisch über die Hinterhand. Die Schaltanschlüsse sind perfekt, nur zwischen erstem und zweitem Gang wünsche ich mir weniger Abstand, man könnte den tiefsten Gang ruhig länger übersetzen, das Wegfahren ist auch bei großen Steigungen im Zweimannbetrieb mit Gepäck spielerisch. Harmonie mit dem Gerät beim Infight, das haben wir gerne. Der spanische J.Juan Vorderanker arbeitet brav und gut dosierbar, das Bosch ABS greift spät und kurz ein. Natürlich, die Einzelscheibe erfordert beim harten Anbremsen bergab Fingerkraft, sollte aber auch für zarte Griffel kein Problem sein. Die Hebel sind ja auf beiden Lenkerenden einstellbar, nur zweimal auf 6.000 Km musste nachjustiert werden. An dieser Stelle vielleicht auch gleich: Es gab null Probleme mit der Brixton, sie lief von Anfang bis Schluss perfekt. Tanken, Kette schmieren, Kette spannen, das war´s. Zurück zur Zanglerei. Die massive, in Zug- und Druckstufe verstellbare Gabel ließ keine Verwindungen durch die rechts montierte Soloscheibe zu, das spurt beim Verzögern präzise und das Aufstellmoment dieser Geometrie ist überhaupt kein Problem. Kommen wir zum Herz:

DER MURL. Unaussprechlich gut und kernig

Ja, er vibriert unten deutlich mehr als das, über vier Jahrzehnte entwickelte, Honda Aggregat. Speziell am linken Fußraster spürt man die Schwingungen, man kann auch sagen: den Charakter. Wirkliche Freude macht aber die Gier nach Drehzahl, oben stören keine Nervenmassagen mehr! Schön linear steigt die Leistung. Der Lastwechsel ist nur nach langen Schleppphasen (etwa bergab) spürbar, aber daran gewöhnt man sich, man nimmt das beim Gasanlegen vorweg. Oben raus dreht der Reihenzweier wie früher. Er will es, du gibst es ihm. Natürlich, Inferno tritt keines ein, aber in Verbindung mit dem butterweich zu schaltenden Getriebe grinst ein verjüngtes, glückliches Gesicht in den Helm. Durch das kompakte Fahrwerk, das geringe Gewicht und die sportliche Ergonomie wieselt die Crossfire durch Italiens 100.000 Kurven. Besonders die agile Lenkgeometrie lässt dich keinen Kurveneingang versäumen. Nicht unerwähnt darf aber die Lenkerdämpfung bleiben. Der Motor wurde konstruiert von einem chinesischen Konzern, dessen Namen ich auch mit Vorsatz nicht richtig aussprechen kann, jedenfalls bauen die auch Schiffsmotoren für Containerriesen, weshalb so ein halber Liter fertigungstechnisch eher eine Fingerübung ist, aber, er lebt! Und offenbar um die Vibrationen nicht bis in die Lenkerenden zu schicken, hat man das edel anmutende Rohr unheimlich gummigedämpft. Selbst im Stand kann man gefühlte Zentimeter die Lenkerenden nach vorne scheinbar biegen. Trotz der werksseitig straff eingestellten Federelemente werden so auch harte Schläge einigermaßen geschluckt. Nur in großen Radien mit langer Unebenheitsfrequenz pendelt in Schräglage die Fuhre ein wenig. Das darf man jetzt nicht falsch verstehen, das ist alles im Rahmen, manchen wird es gar nicht auffallen, aber eben bei eingehender Beschäftigung mit dem Radl bemerkt man´s. Insgesamt ist die Brixton auf der sportlichen Seite, die Angstnippel sind gleich einmal abgeschliffen, so leicht lässt sich das Eisen kontrollieren.

FAZIT: Mörder Bock. Zum Kampfpreis.

Nach 6.000 Km bei jeder Witterung auf allen Straßenformen des mediterranen Alpenraums kann man nur von einem Bravourstück sprechen. Hätte jede Wette verloren, dass ein komplett neues Eisen einer komplett neuen Mannschaft (viele französische Designer) auf Anhieb so leiwand funktioniert. Und so schön ist. KSR bietet mit der Crossfire 500 eines der interessantesten und besten A2-Eisen am Markt. Besonders hervorheben muss man, dass hier solide Komponenten serienmäßig dabei sind, von der einstellbaren Gabel, den Bedienhebeln bis zu den Pirellis. Und im Styling gelang den Kremsern ein erwachsenes, chices Eisen mit viel Liebe zum Detail, etwa beim Tagfahrlicht. Gerade in den Wochen nach dem Corona Schock kann man damit Europa erobern und kontinentale Straßenbaukunst inhalieren. Immer Zimmer frei, weniger Verkehr. Freie Fahrt für eine 6000-Km-Genußtour. Mission erfüllt.

Text: Lost Espandrillo

Fotos: Brixton (Stand), PM (unterwegs)

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