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DUCATI HYPERMOTARD V2 SP 2026 MOTORRAD TEST!
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Ducati Hypermotard: Kein Platz für Vernunft

Zusammenfassung

Die Ducati Hypermotard V2 SP zeigt eindrucksvoll, dass Supermoto lebt: angetrieben von einem 890 cm³ V2-Motor mit 120 PS bei 10.750 U/min und 94 Nm bei 8.250 U/min, liefert sie eine breite Leistungsentfaltung mit über 80 % Drehmoment zwischen 4.000 und 11.000 Touren. Das Gewicht liegt bei ca. 177 kg trocken bzw. unter 190 kg fahrfertig dank Monocoque-Rahmen (-13 kg zur Vorgängerin). Fahrwerk: voll einstellbares Öhlins (NIX30-Gabel, STX46-Federbein), Federweg 170/160 mm, Sitzhöhe 880–850 mm variabel. Bremsen: Brembo M50, 320 mm Doppelscheiben. Elektronik: Ride-by-Wire, Fahrmodi (Wet, Road, Sport, Race), Kurven-ABS mit Slide, Traktions- & Wheelie-Control, Launch-Control, Pit-Limiter, Quickshifter. Preis ca. 23.490 €.

Supermoto ist tot? Von wegen. Diese steile These geistert zwar immer wieder durch die Szene, doch schon beim ersten Blick auf die brandneue Ducati Hypermotard V2 SP zerbröselt dieses Gerücht zu Staub. Dieses Bike steht da wie ein Statement gegen jede Zweifler-Stimme – aggressiv, leichtfüßig und einfach verdammt begehrenswert. Klar, der Markt hat sich verändert, einige Hersteller haben sich zurückgezogen oder Konzepte verworfen. Doch die Faszination ist geblieben. Ducati zieht die Linie konsequent weiter und präsentiert nun die vierte Generation der Hypermotard, die über die Jahre nicht nur moderner, sondern vor allem besser geworden ist. Besonders die SP-Version zeigt, wie ernst es die Italiener meinen: schärfer, exklusiver und mit einem Design, das auf Messen für offene Münder sorgt. Carbon-Details, markante Linien und die typische Hypermotard-Silhouette lassen keinen Zweifel – hier lebt ein Segment weiter, das mehr Emotion als Vernunft ist.

Design trifft auf pure Performance

Unter der kompromisslosen Hülle arbeitet ein Herz, das in der Ducati-Welt längst etabliert ist: der 890-Kubik-V2. Bekannt aus Modellen wie Panigale, Monster oder Multistrada, liefert er hier 120 PS bei 10.750 U/min – und das mit einer Charakteristik, die perfekt zur Hypermotard passt. Klar, die Spitzenleistung liegt relativ hoch an, doch der Motor überzeugt vor allem durch seine breite Nutzbarkeit. Schon ab niedrigen Drehzahlen schiebt er sauber an, wird nach oben hin immer lebendiger und liefert bis in den Begrenzer konstant Druck. Auf der Rennstrecke zeigt sich: Diese Leistungsentfaltung ist nicht nur beeindruckend, sondern auch kontrollierbar. Ride-by-Wire und variable Ventilsteuerung sorgen für ein butterweiches Ansprechverhalten. Egal ob beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven oder beim sauberen Rausziehen auf der Geraden – dieser Motor macht einfach alles mit. Und genau das ist es, was ihn so stark macht: Er liefert Performance, ohne den Fahrer zu überfordern.

Leichtbau, Kontrolle und Fahrgefühl

Mindestens genauso spannend wie der Motor ist das neue Chassis-Konzept. Ducati verabschiedet sich vom Gitterrohrrahmen und setzt auf eine Monocoque-Konstruktion mit mittragendem Motor. Das spart Gewicht – ganze 13 Kilogramm im Vergleich zur Vorgängerin. Mit rund 190 Kilogramm fahrfertig trifft die Hypermotard V2 SP genau den Sweet Spot aus Leistung und Handling. Dazu kommt eine komplett neue Schwinge, diesmal als Zweiarmlösung ausgeführt. Weniger ikonisch vielleicht, dafür stabiler und präziser im Grenzbereich. Auf der Strecke macht sich das sofort bemerkbar: Das Bike lenkt extrem agil ein, bleibt aber kontrollierbar. Unterstützt wird das Ganze von hochwertigen Öhlins-Federelementen, die sich fein abstimmen lassen und sowohl Komfort als auch Rennstrecken-Performance bieten. Besonders beeindruckend ist jedoch die Sitzposition – aufrecht, integriert und überraschend entspannt. Man sitzt nicht auf dem Motorrad, sondern im Geschehen. Das sorgt für Kontrolle, Vertrauen und ein Fahrgefühl, das süchtig macht.

Hightech, kleine Schwächen, großer Spaß

Elektronisch ist die Hypermotard V2 SP vollgepackt: verschiedene Fahrmodi von Wet bis Race, Kurven-ABS mit Slide-Funktion, Traktionskontrolle, Wheelie-Control, Launch-Control und sogar ein Pit-Limiter – ein echtes Tracktool im Supermoto-Gewand. Die Bremsanlage mit Brembo M50-Zangen liefert brachiale, aber perfekt dosierbare Verzögerung. Einziger Kritikpunkt: der Quickshifter. Der funktioniert, aber nicht immer so präzise, wie man es in dieser Preisklasse erwarten würde. Apropos Preis: Mit knapp 23.500 Euro ist die SP-Version alles andere als ein Schnäppchen. Doch sie liefert dafür ein Gesamtpaket, das seinesgleichen sucht. Sie kombiniert die Verspieltheit einer Supermoto mit der Performance eines Sportbikes und der Alltagstauglichkeit eines Naked Bikes. Unterm Strich bleibt ein Motorrad, das vor allem eines kann: Emotionen liefern. Und genau deshalb ist Supermoto alles – nur nicht tot.

Veröffentlichungsdatum: 16.05.2026

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